Die N.H.G. riecht ein wenig nach Lobby

Der niederländische Hausärzteverband empfiehlt, kein medizinisches Cannabis zur Schmerzbehandlung zu verschreiben. Ein kurzer Blick auf diesen Rat — und auf das, was um ihn herum schwebt.

Die N.H.G. (Nederlands Huisartsen Genootschap — der niederländische Hausärzteverband) hat empfohlen, kein medizinisches Cannabis zur Schmerzbehandlung zu verschreiben, mit Ausnahme der palliativen Schmerzbehandlung. Die N.H.G. erhielt viele Reaktionen auf diese Position und gab eine Erläuterung heraus. Darin heißt es unter anderem:

Die Frage, ob Cannabis bei Schmerzen wirkt, haben wir mittels einer wissenschaftlichen Literaturrecherche beantwortet. Die wenigen bisher erschienenen Untersuchungen zeigen keine klinisch relevanten Effekte. Zudem ist die Qualität der Evidenz gering, und es handelt sich oft um indirekte Evidenz, weil meist andere Formen von Cannabinoiden verwendet wurden, als in den Niederlanden verfügbar sind.

Ich frage mich, ob die N.H.G. dieselben Suchtechniken benutzt wie der durchschnittliche niederländische Bürger, denn Google liefert mir — in meiner eigenen Suche nach wissenschaftlicher Evidenz zu Cannabis in der Schmerzbehandlung — eine endlose Liste an Studien. Zugegeben: die Liste ist eine Mischung aus seriösen, wissenschaftlich und klinisch fundierten Untersuchungen und vagen esoterischen Alternativartikeln, aber es ist offenbar einiges erforscht worden. Es gibt eine Menge Informationen zu Cannabis in der Schmerzbehandlung — wissenschaftlich, folkloristisch und schlicht erfunden.

Auch auffällig: es gibt, anscheinend, Formen von Cannabinoiden, die in den Niederlanden nicht verfügbar sind. Die Pflanze enthält über 500 verschiedene Stoffe. Rund hundert davon gehören zur Gruppe der Cannabinoide. Diese Cannabinoide kommen ausschließlich in der Hanfpflanze vor. Eine andere Form von Cannabinoiden? Ich weiß nicht, was sie damit meinen…

Es riecht ein wenig nach Lobby.

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